Scheichs bieten Europameister 400'000 Euro Lohn – wenn er für die Emirate antritt
Ein Engelchen auf der einen Schulter, ein Teufelchen auf der anderen. Timo Barthel wird vor die Prüfung gestellt: Verzichte ich auf wahnsinnig viel Geld und bleibe mir treu – oder streiche ich den Jackpot meiner Karriere ein?
Der 29-jährige Deutsche hat sich entschieden. Er hat der Verlockung widerstanden und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Abfuhr erteilt.
Erste Reaktion: «Boah krass»
Ihm wurden bis zu 400'000 Euro Lohn für vier Jahre geboten, wenn er dafür nach Dubai zieht und für die VAE antritt. Haus, Auto, Verpflegung obendrauf. Und das Versprechen: Im Falle der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wird dieser Lohn verdoppelt.
«Sehr, sehr verlockend», nannte Barthel das Angebot bei ARD und ZDF, wo er von einer «finanziellen Explosion» sprach. Seine erste Reaktion sei gewesen: «Boah krass, das muss ich machen.» Die Regeln des Weltverbands erlauben einen Nationenwechsel, die Bedingungen dafür sind relativ leicht zu erfüllen. Bei einer Einbürgerung und einem Umzug ins neue Land muss ein Athlet nur ein Jahr auf internationale Wettkämpfe verzichten.
Auf das Konto des Europameisters 2023 vom 10-Meter-Turm fliessen andere Beträge. Laut der Süddeutschen Zeitung erhält Barthel von Bundeswehr, Sporthilfe und seinem Verein insgesamt 4000 Euro netto im Monat.
«Geld ist nicht alles»
Dieses Einkommen bessert er mit seinem Onlyfans-Account auf. Ob halbnackt im Hallenbad oder im Internet spielt für den Modellathleten keine Rolle. Kürzlich verloste er unter seinen Followern eine Badehose, «gebraucht und inwendig unterschrieben». Er sei Sportler und kein Pornodarsteller, betont er aber.
Reich dürfte Timo Barthel auch damit nicht werden. Weshalb das Angebot, als Profi in einer Randsportart über Nacht reich zu werden, äusserst verlockend war. Aber er lehnte es ab. «Ich bin Deutscher, ich lebe in Deutschland, ich mag Deutschland», sagte er. 2028 für sich und seine Heimat eine Olympiamedaille zu gewinnen, sei sein Traum.
Geld sei nicht alles auf der Welt, meinte der Wasserspringer. «Klar ist es schön, wenn man viel hat. Aber man kann keine Gesundheit, kein Leben, keine Freunde damit kaufen. Ich bleibe hier.»
Für einmal hat das Engelchen auf der Schulter das Teufelchen ausgestochen.
